Falsche Hitze mit der Kräuterrezeptur YT41 Acht für Yin ausgleichen

Wie sich Falsche Hitze beim Pferd und beim Hund zeigen kann, habe ich im letzten Post besprochen. Ein allgemeiner Yin-Mangel führt zu Falscher Hitze, da die Balance nicht stimmt und das wärmende Yang überwiegt. Wir wollen also nun Yin stärken, um das Disharmoniemuster wieder auszugleichen, das sich in roter, trockener Zunge und einem schnellen Puls zeigt. Das führt uns zu einer klassischen Rezeptur.

Zhi Bai Di Huang Wan / YT41 Acht für Yin

Diese klassische Rezeptur, auch als Rehmannia Acht bekannt, füllt Yin wieder auf und beseitigt dadurch Hitze. Sie ist sorgfältig ausbalanciert, um die Tiere nicht zu überfordern.

Die Kaiserdroge ist Shu Di Huang, die in Reiswein gedämpfte Rehmannia-Wurzel. Die Rehmannia-Wurzel wird in zwei verschiedenen Zubereitungen verwendet. Bei Sheng Di Huang wird die Wurzel einfach getrocknet. Bei Shu Di Huang wird sie eben durch das Dämpfen in Reiswein präpariert, bis sie schwarz wird. Beide Formen nähren Yin, Xue und Jing und gelten geschmacklich als süß, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Temperatur und in ihrer Wirkung auf Xue.

Sheng Di Huang, die getrocknete Wurzel, ist kalt, bitter und süß. Sie wird häufig zur allgemeinen Yin-Tonisierung eingesetzt, wenn die kühlende Wirkung zusätzlich gewollt ist. Sie ist dem Herz-, Leber- und Nieren-Funktionskreis zugeordnet. Shu Di Huang dagegen ist durch die Zubereitung warm. Der süße Geschmack bleibt erhalten, während die bittere Note verloren geht. Obwohl es erhebliche Überschneidungen mit Sheng Di Huang gibt, fehlen dieser Version die kühlenden und hitzeausleitenden Wirkungen, da ihre wärmende Natur diesen Eigenschaften entgegenwirkt. Sie ist dem Leber- und Nieren-Funktionskreis zugeordnet und wird in der klinischen Praxis oft bevorzugt, weil sie Yin-Tonisierung mit wärmenden Eigenschaften verbindet und so verhindert, dass das Tier durch das aufgefüllte Yin zu sehr auskühlt. Deshalb ist sie hier die Rehmannia-Wurzel der Wahl als Kaiserdroge, denn es handelt sich ohnehin um geschwächte Tiere, die nicht überfordert werden dürfen.

Vier Ministerdrogen unterstützen diese Arbeit. Zwei davon wirken synergistisch, um Yin zu stärken, Zhi Mu, das Rhizom des Agavengewächses Anemarrhena, und Huang Bai, die Rinde des Szechuan-Korkbaums. Die dritte Ministerdroge, Shan Zhu Yu, ist die Hartriegelfrucht. Sie stärkt Leber- und Nieren-Yin und bindet die Essenz Jing. Die vierte Ministerdroge, Shan Yao, ist die Wurzelknolle der Chinesischen Yamswurzel. Sie stärkt den MilzPankreas-Funktionskreis, um Jing wieder aufzufüllen.

Drei Assistenten vervollständigen die Zusammensetzung. Ze Xie, die Froschlöffelknolle, leitet Feuchtigkeit aus, die durch Shu Di Huang entstehen könnte. Fu Ling, auch Poria genannt, der Kokospilz, spielt eine ähnliche Rolle. Er stärkt ebenfalls den MilzPankreas-Funktionskreis und leitet Feuchtigkeit aus. Der dritte Assistent, Mu Dan Pi, ist die Wurzelrinde der Strauchpaeonie, einer verholzenden Pfingstrose. Sie leitet Hitze aus der Leber aus und gleicht damit die leicht wärmenden Eigenschaften von Shan Zhu Yu aus.

Diese außerordentlich ausgewogene Rezeptur braucht keinen Übermittler zur Harmonisierung. Das ist ein Zeichen dafür, wie sorgfältig die übrigen acht Kräuter aufeinander abgestimmt sind. Sie eignet sich auch für die langfristige Anwendung.